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Tipps zu Tattoos

 Tipps & Infos 

Das wohl Wichtigste für diejenigen unter Euch, die die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben:

Jugendliche unter 18 Jahren brauchen für ein Tattoo oder Piercing die Zustimmung der Erziehungsberechtigten!!

Ein gutes Studio nimmt das sehr genau, und gibt sich ncht mit einem Wisch zufrieden, auf dem zu lesen steht, daß "ich damit einverstanden bin, daß meine Tochter Klaus-Egon Müller sich bei Ihnen tätowieren lässt. Dann hab ich endlich meine Ruhe!"

Bessere (wenn überhaupt welche) Chancen auf einen Stich haben Minderjährige nur dann, wenn das Studio die Gelegenheit bekommen, sich vorher mit den Eltern zu unterhalten, um sie über Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären.

(Jeder Tätowierer war auch mal jung und hat irgendwann herausgefunden, wie leicht es ist, eine Unterschrift zu fälschen!)

Von Tattoos absehen sollte, wer an:
Hepatitis,
Epilepsie,
Haemophilie,
Infektionen
oder Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis leidet,

Ebenfalls von Tattoos absehen sollte wer schwanger, alkohol- oder drogenabhängig ist oder regelmässig Medikamente einnehmen muß.

Auch wenn wir hier ein paar medizinisch "angehauchte" Tipps geben - wir dürfen und können keine medizinische Beratung durchführen - wir bitten daher von medizinischen Fragen per Email abzusehen. Wer dennoch meint uns eine diesbezügliche Email zu senden, ssollte sich nicht wundern wenn keine Antwort kommt.

Zum einen ist es gesetzlich verboten und zum anderen wäre es unseriös. Bitte fragt bei derartigen Fragen Euren Haus- oder Hautarzt oder das Studio welches Euer Tattoo erstellen soll.

Ein Tattoo bleibt ein Leben lang.
Findet Euch damit ab - es ist so!
Es gibt zwar heute die Möglichkeit, Tattoos entfernen zu lassen, doch darauf sollte man lieber nicht bauen, denn der Prozess ist langwierig und teuer.

Beispiel: für ein Tattoo ca 10x10 cm 100-150€/Sitzung, dabei braucht man bei einer Laser-Behandlung etwa 10-15 Sitzungen, bei einer Diathermie-Behandlung je nach Stichtiefe 3-8 Sitzungen.

Besser ist, sich vorher ausreichend Gedanken zu machen, was, wohin und von wem man sich inken lassen möchte.

Was lasse ich mir tätowieren?
Die Frage des WAS sollte die wichtigste sein, und man sollte sich auch genügend Zeit und Geduld gönnen, Ideen reifen zu lassen, sie gegebenenfalls wieder über den Haufen zu werfen, und das ganze so oft, bis man genau das richtige Motiv gefunden hat.

Geduld ist überhaupt etwas, das man sich beim Tätowieren schon fast rituell zulegen sollte. Denn habt Ihr "Euer" ganz eigenes Motiv gefunden, empfiehlt es sich, sich die Vorlage ein knappes Jahr (je länger desto besser) über das Bett zu hängen, und es sich jeden Abend und jeden Morgen anzuschauen

Läuft Euch während dieser Zeit ein anderes Motiv über den Weg, das Euch besser gefällt, werdet Ihr froh sein, das "alte" ganz einfach von der Wand nehmen zu können. Wenn es einmal auf die Haut übertragen wurde, geht das nicht mehr! Ihr solltet es auch Euren Freunden zeigen, denn Zweifel können auch durch Kritik wachsen, und auch dann ist es besser, wenn ein "böh, find ich aber doof/langweilig" kommt, bevor gestochen wird!

Auch hier kann man das Traumtattoo erst einmal als Henna-, Edding-, oder Airbrush-Tattoo fertigen lassen, dann weiß man es ganz genau...

Gefällt Euch aber Euer Motiv nach einem Jahr noch genauso gut wie zu Anfang, und ist es Euch auch nicht langweilig geworden, dann habt Ihr gute Voraussetzungen, es Euer ganzes Leben lang gut zu finden.
Wichtig ist auch, sich eventuell über Bedeutungen von Zeichen zu erkundigen. Nicht einfach ein chinesisches Zeichen tätowieren lassen, bloß weil am Halskättchen im Billigladen in der Fußgängerzone draufsteht, daß das "Liebe" heißt.

Welche Körperstelle ist am geeignetsten?
Kommen wir zum WO…
Bedenkt bei der Wahl der Stelle, an der gestochen werden soll vor allem Eines: Nichts bleibt so wie es ist. Außer dem Tattoo. Wenn Ihr heute als Punk durch die Straße lauft, ist ein Spinnennetz im Ohr kein Problem. Ändern sich aber die Lebensumstände (Ihr werdet Eltern, braucht einen Job, um die Puten am Kacken zu halten), kann das schon sehr zum Nachteil werden. Leider gibt es viele Leute, vor allem im Geschäftsleben, die Tätowierungen nicht ganz so tolerant entgegenstehen, wie es wünschenswert wäre. Aber das ist okay so, nicht jeder muß alles gut finden. Deswegen wäre eine Stelle nicht schlecht, die sich im Alltagsleben leicht verdecken lässt, und abends in der Disco einen guten Eindruck macht, weil man sie eben doch zeigen kann.
Letztlich gibt es hierfür kein Allgemeinrezept, allenfalls Richtlinien, und jeder muß für sich wissen, was "tragbar" ist.

Wer soll's machen?
Die letzte wichtige Überlegung ist, WER das Tattoo stechen soll.

Nehmt keinesfalls den erstbesten, bloß weil er in der Nähe oder super-billig ist. Ihr wollt Euer ganzes Leben mit Eurem neuen "küstlichen Muttermal" umherwandeln, deswegen tretet es nicht mit Füßen, indem Ihr es zum Billigprodukt degradiert! Schaut Euch um, es gibt Studios genug, zwischen denen man entscheiden kann. Spart nicht am falschen Ende, sucht, bis Ihr einen gefunden habt, dem Ihr Euch anvertrauen könnt. Seht Euch in den Läden um:
Ist alles schön sauber? Wird steriles Material benutzt? Werden Einweg-Produkte (Rasierer, Spatel, Handschuhe, Farbkappen, etc.) nach dem Tätowieren wirklich in den Mülleimer geworfen? Wenn auch nur eine Zigarette in dem Laden zu finden ist, verlasst ihn. An einem Ort, an dem steril gearbeitet werden muß, ist absolute Sauberkeit zwingend notwendig. Nikotin in der Luft legt sich auf die frisch gestochenen Wunden und führt zu Infektionen. Alle Nadeln und Griffstücke müssen unbedingt vor jedem Tattoo sterilisiert werden, und dürfen dazwischen keinesfalls bei zwei verschiedenen Personen benutzt werden. Kritisch sollte man vor allem bei Tattoo-Conventions oder Biker-Treffen sein. Hier ist Sauberkeit meistens etwas, was sich sehr schwer halten lässt.

Erkundigt Euch auch nach den Spezialgebieten der Tätowierer. Wenn Ihr einen fotorealistischen Büffelkopf haben wollt, seid ihr bei jemandem, der fast nur Blackwork macht, sicher nicht gut aufgehoben. Seht Euch Arbeiten des Tätowierers an; die meisten haben Fotoalben, in denen sie Ihre Arbeiten zeigen können.

Und:
Wenn Ihr einen guten Tätowierer gefunden habt, wendet Euch nicht von ihm ab, weil er Euch erst in drei bis vier Wochen einen Termin geben kann. Geduld ist auch hier wieder gefragt. Ihr tragt Euer Tattoo noch lange genug mit Euch herum, und die Vorfreude lässt sich auch hier nicht verachten ;o)

Zum Schluß noch eines:
Achtet nicht auf den Preis. Ein gutes Tattoo kostet seinen Preis. Bedenkt, daß der Tätowierer nicht nur damit Arbeit hat, Euch rumzupieksen, sondern auch noch Sterilisieren, sauber machen, Tattoos vorbereiten u.s.w. muß. Das gehört alles dazu. Ebenso wie das Nachstechen, das bei seriösen Tätowierern im Regelfall immer umsonst ist.

Was noch zu beachten ist...
Nicht allein der Fertigkeit des Tätowierers obliegt das Gelingen eines guten Stichs. Es gibt so einiges, was Ihr selber regeln müsst:

Fangen wir bei den Vorbereitungen an:
Besorgt Euch eine Farbprobe bei Eurem Tätowierer und lasst von Eurem Hausarzt einen Allergietest durchführen. Wenn der Tätowierer so lieb ist, und dafür eine Nadel springen lässt, kann er das auch machen, indem er einen kleinen Piekser in Euren Nacken am Haaransatz macht, wo man den Punkt nicht sehen kann, wohl aber etwaige allergische Reaktionen.
Es ist dringendst zu empfehlen, mindestens 24 Stunden vor dem Termin keinen Alkohol zu trinken, da Alkohol das Blut verdünnt und unnötiges Bluten verursacht.
Zum Termin selbst solltet Ihr ausgeruht erscheinen und möglichst ausgeglichen sein. Esst vorher etwas, damit Ihr genügend Energie habt, und Euer Kreislauf nicht zusammenklappt, wenn's soweit ist. Nehmt jedoch nicht soviel zu Euch, daß Ihr alles wieder oben rausschmeißt, wenn Euch übel werden sollte. Ein gesundes Mittelmaß ist angebracht.

Beim Stechen selbst, versucht Euch weitestgehend zu entspannen. Wenn Ihr Euch verkrampft, zuckt Ihr zuviel, und die Gefahr ist groß, daß der Tätowierer abrutscht. Atmet tief und ruhig, konzentriert Euch auf irgendetwas anderes, redet mit jemandem, oder versucht Euch anders abzulenken.
Die Schmerzen eines Stiches sind von Person zu Person unterschiedlich, und bei jeder Person von Körperstelle zu Körperstelle. Man kann nicht voraussagen, wie weh es tun wird. Zwickt Euch mit den Fingernägeln, dann merkt Ihr am Besten, wo's am meisten weh tut...
Dringend abgeraten wird davon, irgendwelche schmerzlindernden Mittelchen zu nehmen, seht den Schmerz lieber als Teil eines wundervollen Rituals. Die anderen haben es geschafft, dann schafft Ihr das auch! Wer schön sein will muß eben leiden...

Nach dem Stechen ist es wichtig, das Tatto richtig zu pflegen. Denkt daran, daß ein Tattoo nichts weiter ist als eine Wunde, die eine Narbe hinterlässt. Nur, daß die Narbe gefärbt ist. Die kann aber (und das passiert nicht selten) als solche erkennbar bleiben, wenn die Wunde im Heilprozess nicht sauber gehalten und gehegt und gepflegt wird. Das Tattoo kann sich erheben, oder, wenn der Tätowierer auch Scheiße gebaut hat, sich richtig verziehen, weil die Haut nicht richtig abheilen konnte (z.B., wenn zu tief gestochen wurde.)
Die besten Erfolge erzielt Ihr, wenn Ihr folgende Regeln beachtet:

  • entfernt den Verband nach 5-8 Stunden
  • säubert das Tattoo vorsichtig mit lauwarmem Wasser, tupft es vorsichtig mit einem Handtuch ab und reibt es mit einer Heilsalbe ein (Panthenol o.ä.)
  • die nächsten 2-3 Wochen das Tattoo 3-4 mal am Tag mit Heilsalbe einreiben (Ihr erkennt schon selbst, wie lange das nötig ist), und lasst möglich viel Luft dran, also keine Verbände o.ä. tragen
  • die ersten 4-6 Wochen nicht baden gehen, und auch nicht ins Solarium. Setzt das Tattoo keiner direkten Sonneneinstrahlung aus, denn zuviel Wasser und UV-Strahlung lassen das Tattoo verblassen. Duschen ist okay, wenn ihr das Tattoo dabei ein wenig schont. Notfalls vor dem Duschen das Tattoo mit Vaseline einreiben, dann passt das schon...
  • es wird sich eine Kruste bilden, und es wird etwas jucken. NICHT KRATZEN!!! Wenn Ihr es nicht aushaltet, bedeckt das Tattoo mit einem dünnen Baumwollhanduch, und streicht mit der Hand behutsam darüber, um die Haut zu beruhigen

Wenn's dennoch Probleme gibt, die über die Normalitäten einer stinknormalen Wunde hinausgehen, wendet Euch an den Tätowierer oder direkt an einen Hautarzt.

Text und Bildmatierial:
mit freundlicher Genehmigung von "Bauchi"
Tattooambulanz


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